Schwere Altlast: Trinkwasserleitungen aus Blei

Berlin, 13.02.2008. Seit Jahrzehnten ist bekannt: Bleihaltiges Wasser ist gesundheitsschädlich und vor allem für Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere äußerst ungeeignet. Dennoch sind Wasserleitungen aus Blei in vielen Altbauten noch weit verbreitet.

Noch vorhandene Blei-Wasserleitungen können erhöhte Bleikonzentrationen im Trinkwasser herbeiführen, teilweise sogar über dem ab 2013 in Kraft tretenden Grenzwert von 10 Mikrogramm Blei/Liter Trinkwasser (µg/L). Laut der „Kinder-Umwelt-Survey“ des Umweltbundesamtes (UBA) gibt es deutliche Hinweise, dass knapp 3% der Haushalte mit 3- bis 14-jährigen Kindern diesen künftigen Grenzwert nicht einhalten. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders empfindlich gegenüber Blei. Trinkwasser aus Bleileitungen ist daher für die Zubereitung ihrer Nahrung nicht geeignet und auch Schwangere sollten es nicht konsumieren. Dies gilt sowohl für Wasser, das längere Zeit in den Leitungen stand, als auch für frisch abgelaufenes Wasser.

Alte Bleileitungen durch neue Leitungen aus zertifizierten Materialien ersetzen!

Wer alte Bleileitungen im Gebäude hat, kann die Gesundheitsbelastung jedoch zuverlässig vermeiden, da sich die alten Rohre durch neue Leitungen aus zertifizierten Materialien ersetzen lassen: Geeignete Leitungsmaterialien sind Kunststoffe, Edelstahl oder Kupfer, falls sie ein Zertifizierungszeichen der DVGW (Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfachs e.V.) aufweisen. UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge rät: „Die anstehenden Sanierungen zur besseren Wärmeisolierung sind eine gute Gelegenheit, um das Blei endlich aus den Altbauten zu verbannen.“ Hauseigentümer sollten sich an fachkundige Installationsfirmen wenden, die dann die allgemein anerkannten Regeln der Technik befolgen und die richtigen Materialien auswählen. Erfahrungen des UBA zeigen: Was billig ist, muss nicht preiswert sein, denn falsch installierte oder nicht zertifizierte Materialien können andere Schadstoffe an das Trinkwasser abgeben oder das Bakterienwachstum fördern.

Da Trinkwasser ein Naturprodukt ist und seine chemischen oder korrosiven Eigenschaften regional unterschiedlich sind, müssen die Trinkwasserleitungen auch zur Wasserzusammensetzung vor Ort passen. Vor dem Einbau von Kupferrohren sind die Einsatzbeschränkungen zu beachten. So können bei saurem oder hartem Trinkwasser erhöhte Kupferkonzentrationen im Trinkwasser auftreten. Die örtlichen Wasserversorger führen Listen kompetenter Installationsfirmen, die neben Fortbildungen und Schulungen auch regelmäßig Informationen über die Wasserzusammensetzung vor Ort erhalten. So können Haus- und Wohnungseigentümer die Auswahl des Materials genau auf ihr Trinkwasser abstimmen.

Zögern Sie nicht und informieren Sie sich!

Da Bleileitungen sehr haltbar sind und eine komplette Erneuerung zu kostspielig erscheint, zögern viele Hauseigentümer die vollständige Erneuerung der Trinkwasserleitungen immer wieder hinaus. Die alten Bleirohre müssen jedoch ganz raus, damit die Bleibelastung wirklich sinkt – von Teilsanierungen rät das UBA dringend ab: „Die Mischung verschiedener Metalle kann besonders hohe Belastungen an gelösten Metallen im Trinkwasser verursachen“, so UBA-Präsident Troge.

Der kostenlose UBA-Ratgeber „Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn“ informiert Mieter und Hauseigentümer darüber was bei der Sanierung zu beachten ist, woran sie Mängel der Bauausführung und ungeeignete Installationsmaterialien erkennen können.

Link zur Broschüre: www.umweltdatten.de/publikationen

Ihr bad & heizung Partnerbetrieb berät Sie gerne umfassend zur Sanierung von Rohrleitungen.

 
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